Die Schattenseiten der Fast Fashion

Egal ob H&M, Zara oder Primark, große Modeketten wie diese existieren in nahezu jeder Stadt. Fast Fashion Produkte sind heutzutage in Massen zu finden, die Nachfrage nach neuen Trends und billigen Klamotten steigt.

 

Doch was genau steckt hinter dem Begriff Fast Fashion und welche Folgen bringt die Branche mit sich?

Fast Fashion beschreibt eine Industrie, die leicht erhältliche und billig produzierte Modekleidung herstellt. Das Wort „Fast“ steht dabei für die Schnelligkeit, in der das Produkt produziert und verkauft werden kann.

Allein von 2000 bis 2014 hat sich die Produktion von 50 Milliarden auf 100 Milliarden Kleidungsstücke pro Jahr verdoppelt. Dies liegt vor allem an den großen Modekonzernen, welche in den letzten Jahren ihre Anzahl neuer Kollektionen auf bis zu 24 Kollektionen im Jahr hochschraubten. 

 

Für die Arbeiter:innen der Bekleidungsindustrie hat der Anstieg der Fast Fashion Produktion heftige Folgen:

Etwa 60 Millionen Menschen weltweit arbeiten derzeit in der Textilindustrie in 14 bis 16 Stunden Schichten pro Tag - sieben Tage die Woche. Angefallene Überstunden werden nur im geringen Umfang entlohnt. Auch können Angestellte dazu verpflichtet werden, bis spät in die Nacht zu arbeiten.

Der Verdienst der Arbeiter:innen ermöglicht ebenso kaum das Überleben. In den Regionen in denen sich die Fast Fashion Industrie niederlässt, operieren die meisten Unternehmen unter dem Mindestlohn. Dabei deckt dieser lediglich etwa die Hälfte des Geldes, welches für die Bedürfnisse der Arbeiter:innen nötig ist, ab. 

Auch das Arbeitsumfeld beinhaltet keine oder kaum Sicherheitsstandards wie etwa fehlende Belüftungsanlagen. 

 

Auch die Umwelt wird durch die Fast Fashion Industrie stark belastet.

Beispielsweise haben die Kleidungsstücke oft einen langen Transportweg hinter sich, da unterschiedliche Produktionsschritte in unterschiedlichen Ländern getätigt werden. Dies führt zu einer hohen CO2 Bilanz, bis das Produkt beim Konsumenten ankommt.

Auch beim Import gibt es keine Grenzwerte für die enthaltenen Chemikalien in den Klamotten. Dadurch können in den meist asiatischen Produktionsländern Chemikalien und Pestizide achtlos eingesetzt werden.

Die Qualität der Klamotten leidet gleichermaßen darunter. Die Produkte sind oft trotz des großen ökologischen Fußabdrucks nur kurze Zeit nutzbar. Zudem sorgen in der Kleidung enthaltene, schwer recycelbare Synthetikfasern für eine Wasserverschmutzung in Abwässern und Meeren.

 

Was also dagegen tun?

Mit jeder Kaufentscheidung zu Fast Fashion wird weiterhin eine Branche unterstützt, die sowohl die Arbeiter:innen als auch die Umwelt in ihren Ressourcen ausbeutet.

Statt des nächsten Einkaufs bei Zara & Co. kauft doch lieber Vintage oder Second Hand und werdet Teil der Nachhaltigkeitsbewegung.

 

Quellen:

RecyclingPortal

SANVT

Sinplastic

Girotti

Hinterlasse einen Kommentar

Alle Kommentare werden vor ihrer Veröffentlichung geprüft